Outsourcing
Zweigniederlassungen bzw. Betriebsansiedlungen im Ausland gehen auch oft mit der Überlegung eines produktiven Outsourcings einher. Unter „Outsourcing“ vesteht man die Auslagerung von gewissen Unternehmensaufgaben oder gar ganzen Geschäftsbereichen an entweder andere Unternehmen oder in ferne Länder. An dieser Stelle sei angemerkt, dass sich das Outsouricng nicht immer nur auf Drittunternehmen beziehen muss, sondern dass die Auslagerung ebenso an dasselbe Untenehmen, aber einen anderen Betriebsstandort, beispielsweise im Ausland, gerichtet sein kann. Der wesentliche Grund, warum sich heutzutage viele Unternehmen dazu entschließen, gewisse Aufgaben oder Geschäftsbereiche auszulagern und diese nicht im eigenen Hauptunternehmen abwickelnzulassen, ist, dass dadurch ein profitabler Zusatz-Nutzen generiert werden kann.
Wichtig ist dabei, dass im Rahmen des Outsourcings nicht nur vielversprechende Chancen gesehen, sondern auch potenziell auftretende Risiken beachtet werden. Tatsache ist, dass mögliche Risiken oft übersehen werden, wodurch sich das Outsourcing als kostenintensiver gestaltet, als hätte man den Geschäftszweig bzw. die jeweiligen Unternehmensaufgaben nicht ausgelagert.
Normalerweise sollten jene Aufgaben outgesourct werden, die …
- … nicht mit dem notwendigen Know-How und dem / der dafür benötigten Wissen / Ausbildung / Qualifikation / ev. Zusatzqualifikation gelöst und abgewickelt werden können.
- … nicht mit den im Unternehmen bereitstehenden Ressourcen effizient und schnell abgewickelt werden können.
- … an einem anderen Ort bzw. durch ein anderes Unternehmen, ein sogenanntes Drittunternehmen, schneller, effizienter sowie kostengünstiger durchgeführt werden können.
Doch welchen Sinn hat es, einen Geschäftszweig an eine andere Betriebsniederlassung des GLEICHEN Unternehmens auszulagern? Ganz einfach – die Produktionsverfahren sowie die damit verbundenen Produktionskosten und Personalkosten, je nachdem wieviel Personal für die Abwicklung der Aufgaben eines bestimmten Geschäftsbereiches benötigt wird, gestalten sich in Billiglohn-Ländern als äußerst niedrig. In derartigen Ländern kann weitaus billiger produziert werden, wodurch folglich massiv Kosten eingespart und somit an anderer Stelle weitaus besser investiert werden.
Beispiel aus der Praxis: Sie sind Inhaber eines Unternehmens, das sich auf Medienproduktionen spezialisiert hat. Alle Aufgaben und Geschäftszewige wurden bisher von Mitarbeitern im eigenen Unternehmen durchgeführt. Die Mehrkosten, besonders hinsichtlich Personal, sind dadurch im Laufe der Zeit – resultierend aus stetigen Mehrverkäufen – drastisch angestiegen. Ihnen bleibt schlichtweg nur mehr die Möglichkeit, die Aufgaben eines Geschäftszweiges auszulagern, die in einem entsprechenden Billiglohnland schneller, effizienter und vor allem kostengünstiger durchgeführt werden könnten. Dies wäre in diesem Beispiel die DVD / CD Produktion, was bedeuten würde, dass die Herstellung der Datenträger, u.a. für den Einbau in Computer Notebooks, outgesourct wird, wobei die Produktion von Werbefilmen und etwaige andere Medienproduktionen von Ihrem Konzern selbst – nach wie vor – abgewickelt werden. Auch Anbieter, die Free SMS ohne Anmeldung gewähren, haben ihre Callcenter oft in Billiglohnländern positioniert bzw. dorthin outgesourct.
Vorteile des Outsourcing:
- Kosteneduktion: Wie bereits erwähnt kann in Billiglohn-Ländern wie Tschechien, Ungarn, Polen etc., also den Ostblockstaaten Europas, äußerst billig produziert werden. Darüber hinaus gestalten sich die Personakosten als weitaus niedriger, als würde man spezialisierte Fachkräfte aus Deutschland oder Österreich beschäftigen.
- Know-How-Transfer: Durch das Rückgreifen auf einen auf sein Gebiet spezialisierten Dienstleister bzw. auf Fachkräfte eines anderes Landes, die in einem gewissen Sektor großes Know-How aufweisen, wird die auszulagernde Tätigkeit in der Regel weitaus effizienter und hochwertiger erfüllt.
- Konzentration auf das Kerngeschäft: Dadurch, dass die eher unwichtigeren Aufgaben eines Unternehmens an eine andere Zweigniederlassung desselben Unternehmens bzw. an Drittunternehmen vergeben werden, hat das Unternehmen die Möglichkeit, sich auf das eigentliche Kerngeschäft zu fokussieren und darauf seinen eigentlichen Schwerpunkt zu legen.
Nachteile des Outsourcing:
- Abhängigkeit: Aufgrund der Tatsache, dass nicht mehr alle Aufgaben und Geschäftsbereiche im eigenen Unternehmen vor Ort abewickelt werden, ist man stets von der zeitlich korrekten, ausgelagerten Aufgabenfertigstellung abhängig. So können beispielsweise gewisse Schritte nicht erledigt werden, bis die dafür voraussetzbaren Aufgaben, die beispielsweise vom selben Unternehmen nur in einer anderen Zweigniederlassung bzw. gar von einem Drittunternehmen durchgeführt werden, zeitnah fertigestellt wurden. Es besteht demnach eine dauerhafte Abhängigkeit von Drittunternehmen bzw. der jeweiligen Zweiniederlassung des eigenen Unternehmens.
- Missverständnisse: Unklar formulierte Service-Levels, Pflichtenhefte oder sonstige Aufgabenlisten führen zu Spannungen, Unstimmigkeiten und Differenzen zwischen Auftraggeber und Dienstleister (bei Fremdvergabe an Drittunternehmen) bzw. Auftraggeber und den eigenen Mitarbeitern (bei Fremdvergabe an das eigene Unternehmen an einem anderen Standort). Der Outsourcing-Erfolg könnte durch derartige Umstände gefährdet werden, wodurch eine schlechte, fehler- sowie mangelhafte Abwicklung der jeweiligen Unternehmensaufgaben die Folge wäre.